„Integration“, Zauberwort für das Jahres 2016

Linge-und-Nichtlinge[1]

Fremdling ist nicht Flüchtling

Sorgen der Menschen, ein Wortspiel um Veränderungen

Pfifferlinge sind schnell wachsende, wohlschmeckende Pilze. Engerlinge sind verpuppte Raupen. Sie entwickeln sich zu Schmetterlingen. Findlinge sind riesige Steine, die mit den Gletschern der Eiszeit aus dem Norden nach Schleswig-Holstein herangewälzt wurden. Findlinge trotzten dem Tunnelbau an der Elbe.

Solingen ist eine Großstadt im Ruhrgebiet, weltberühmt durch Solinger Stahl. Lingen ist eine Stadt in Niedersachsen. Überlingen liegt am Bodensee. Stichlinge sind kleine Fische mit Stacheln. Als Sonderlinge werden eigenwillige Menschen bezeichnet. Von Flüchtlingen war nach dem Krieg in den 40er und 50er Jahren die Rede. Nun ist, siebzig Jahre später „Flüchtling“ zum Wort des Jahres 2015 geworden.

Die Silbe „ling“ wird an Ausdrücke angehäng, z. B. Neuling. Es ist wohl immer Fortschritt, Veränderung, Wachstum, Entwicklung, Zukunft und Minimierung im Spiel. Nun sind Säugling, Däumling, Saitling oder Fremdling nicht Wort des Jahres geworden. Wie lassen sich kräftemäßige, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen, Unterschiede harmonisieren oder beseitigen, z. B. Rohling, Schädling, Günstling, Flüchtling.

Die Silbe wird für niedlich, klein, weniger Wert z. B. Silberling angewendet. Mit vorläufig, nicht endgültig lässt sich der Sinn beschreiben. Immer ist Veränderung, unterschätzte Entwicklung im Spiel. Auf- und Niedergänge in der Geschichte waren auch kriegerische Ereignisse. Kulturen gingen zu Grunde, wie griechische, römische, germanische. Wenden, Vandalen eroberten die norddeutsche Tiefebene, Hunnen und Mongolen standen vor Wien. Zeitweise war Hamburg französisch. Fremde Kulturen, Weltenbrände, Verirrungen brachten Veränderungen.

Stehen wir erneut am Abgrund? Entpuppt sich im zarten Frühling der vorläufige Flüchtling, zum schönen Schmetterling und macht sich Früchte und Fortschritt zu Eigen? Sind Kreuzzüge und Glaubenskriege nicht längst überwunden und vergessen? Für das nächste Jahr heißt das Zauberwort „Integration“!

Rolf Schröder Ellerau

Platzkonzert

Als ich Kind war, gingen meine Eltern, besonders aber meine Großeltern, am Sonntag mit mir – in Kiel oder Lübeck – zum Platzkonzert. ich wurde sonntäglich angezogen, weißes Hemd, darüber der blaue, weit über die Schulter reichende, moderne Marinekragen und die dunkelblaue oder schwarze, kurze Samthode. Kleine Jungen und Marinesoldaten trugen sonntags an den Seehäfen der Ostseeküste die blau-weiße Marineuniform. Am Sonnabend war ich frisch gebadet worden. Alles roch nach Frische und Sonntag. Platzkonzerte wurden oft geboten. Immer war heller Sonnenschein, denn bei schlechtem Wetter gingen wir nicht zum Platzkonzert. Ich hatte erfahren, Musik ist Baden, schönes Wetter und Sonntagsanzug.

Meist standen wir ganz vorn an der Musik, an einer Absperrung mit Standpfählen und Seilen, ähnlich einem Zaun. Ich konnte versuchen daran zu zerren, zu zappeln, mich auf und nieder zu bewegen, kauernd in der niedrigsten Position zu verharren, um dann, wie im Tanz plötzlich aufzuspringen. Dann konnte ich den Kopf drehen, der Musik den Rücken zukehren, Menschen betrachten, wie sie fröhlich und glücklich aussahen, wenn ich dirigierte. Alle hatten Spaß an der Musik und an mir und sahen mich lachend an. Man konnte unbeschwert Grimassen schneiden, ich brauchte keinen Moment still stehen, bei Musik, das kann ich bis heute nicht.

Da vorn, direkt an der Musik, war es ungeheuer laut. Von den umstehenden hohen Wänden der Wohnäuser prallte das Echo zurück. Da waren die riesige Tuba, das blitzende Blech, die Posaunen, Klarinetten, Flöten, Trommeln und Pauken und davor stand ein Mensch, der Dirigent, der so zappelte wie ich. Auch die Menschen wiegten sich in der Musik. Es war enorm aufregend und spannend. Wenn die Flöten spielen, an leisen Stellen, musste ich mich anstrengen etwas zu hören, bei der Taubheit, die aus dem Lärm kommt. Ich hatte die Dynamik, die Bandbreite der Musik kennen gelernt und ihre Wirkung auf mich und die fremden Menschen, die mir nahe standen und so zutraulich waren. Ich wollte Dirigent werden.

Schallplattenspieler

Schallplattenspieler

Wenn wir dann nach Hause gingen zu Oma und Opa, dann war da ein blank polierter Mahagonischrank. Oben war eine Klappe zum Öffnen, darunter, an der Vorderseite, waren zwei Türen, die sich weit öffnen ließen. Ein breiter Schalltrichter wurde sichtbar. An der Seite befand sich eine Kurbel zum Aufdrehen. Opa legte eine Schallplatte auf, befestigte eine laute, kurze oder eine leise, lange Nadel am Tonarm. und legte die Schallmembrane auf den sich drehenden Plattenteller. Oma hatte sich Erna Sack, mit dem Frühlingsstimmenwalzer gewünscht. Ich fand den Namen Erna und Sack so unpassend zu dieser vibrierenden, klaren, hellen Stimme. „Warum heißt die Sack? Singt so ein Sack?“ Man musste die Luft anhalten, so lang waren dei Töne. Vorn am Schrank durfte ich vorsichtig die zwei Türen öffnen und hineinhören, in den Schrank, in den schwarzen Trichter aus Blech. Wenn ich ganz nahe ging, dann war es ungeheuer laut, wenn ich mich entfernte war es leise. Versonnen saßen Oma und Opa da und lauschten der Musik. Dann war auch ich leise und bewegte mich nicht.

Wer nie eine Geige gehört hat, weiß nicht wie sie klingt. Man kann ihr den Klang nicht ansehen. Es braucht das Höhrerlebnis, um Musik zu verstehen.

Rolf Schröder Ellerau

Bürgermeister Emil Schmelow

Heimat ist Zukunft, es gilt sie zu gestalten.

Wir mochten ihn. Wer früh auf war in Ellerau sah Emil Schmelow oft durch den Ort radeln. Wenn er im Buchenweg an den Häusern „Haus Sonnenschein“ vorbei war und rechts bei den Schlicht Wohnungen in den Schulwald einbog, war er an der Krumbek. Der Wasserlauf führt mitten durch Ellerau und trifft 2 km stromab seinen Meierhof im Wiesengrund, den Emil Schmelow so geliebt, gemalt und aufgebaut hat. Wenn er einige Meter weiter durch den Schulwald zurücklegte, war er an der Krumbek-Quelle, am Brombeerweg, dort wo heute die neue Feuerwache steht. Es ist sein Weg, den Emil Schmelow Weg hinunter zur Krumbekquelle im sonnigen Mai 1980 bei Nacht und Nebel angelegt hat. Es war nicht Emils Art, viel zu fragen. Bis heute ist der Weg in keiner Karte verzeichnet und namenlos. So konnte er bequem seine Krumbek durch den Schulwald erreichen. Wir wunderten uns damals, weil es hell geworden war in unserem Garten. Immerhin ließ Emil für die Anlage des Weges zahlreiche Bäume fällen. Hinten am Buchenweg blieb das letzte Gebäude des Ellerauer Hofes , auf dem Gelände der Menck Ansiedlung, später Devalit, noch bis in die 80er Jahren stehen. Ich habe die Scheune noch gesehen.

Zu seinen größten Taten zählt der heutige Verlauf der Autobahn A7. Er hat es in Kiel durchgesetzt, dass die Autobahn nicht Ellerau zerschnitt, sondern weiter westlich Quickborn teilte. Dies hat ihm in Quickborn keine Freunde eingebracht. So blieb sein Krumbektal erhalten, wurde aufgestaut und die Ellerauer Teiche entstanden. Seine Heimat wurden die frei geworderen Ländereien des Ellerauer Hofes, am Ellerauer Feld. Er entwickelte daraus das Industriegebiet Ellerau und die Wohnbebauung, bis hin zum AKN Bahnhof Ellerau. Die Industrieansiedlungen im Ortsteil Tanneneck machten die Verlegung des Bahnhofes an den heutigen Standort erforderlich. Auch der Verschiebebahnhof und der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke, bis unmittelbar vor dem Bahnhof Ellerau, entstand zu der Zeit. An der heute leer stehenden Gaststätte Tanneneck hielt seit 1920 die AKN am Bahnhof Tanneneck. Das Bundes Immission Schutz Gesetz war 1980 in Kraft getreten. Die letzten großen Ansiedlungen, Bauer & Häselbach in der Sauerbruch-Straße und Agens Consulting am Buchenweg,  konnten erfolgen. Zur Moortwiete wurde eigens ein Schutzwall zur dortigen Wohnbebauung aufgeschüttet.

Emil war zweiter von 5 Brüdern. Sein Heimathaus lag in Masuren (Ostpteußen) gleich neben der Schule. Seine Begabung fiel dem Dorflehrer früh auf und er machte ihn zum Hilfslehrer in einer Klasse, die mit acht Jahrgängen besetzt war. Sein ältester Bruder war Soldat geworden und Emil wollte das auch werden. Er war aber erst sechszehn Jahre alt. So verbrachte er noch zwei Jahre im Arbeitsdienst.

Inzwischen war der Krieg ausgebrochen. Er wurde Soldat. Es folgten Einsätze in Belgien, Frankreich und an der Ostfront. Dort fand er 1943 in neuen Ausrüstungstücken aus der Heimat einen Brief mit der Anschrift: „Lieber Soldat, ich hoffe, Dir passen die Socken, die ich Dir gestrickt habe. Melde Dich doch einmal.“ Emil Schmelow trat in Briefwechsel mit Ilse Reumann aus Ellerau. Die Reumanns sind ein bekanntes Geschlecht in der Chronik unserer Region. 1945 kam Emil Schmelow verwundet nach Bad Bramstedt ins Lazarett. Dort traf er zum erstmals mit seiner Frau Ilse im Krankenhaus zusammen. Sie verlobten sich 1945 und heirateten 1947. Die Entwicklung in Ellerau nahm seien Lauf…

Wo ich in Harmonie leben kann, wo ich mich wohlfühle, dort ist Heimat. (Reinhold Messner) Danke Emil.

Lust auf Theater

4 Männer im Nebel von Tim Firth an den Hamburger Kammerspielen

4 Männer im Nebel von Tim Firth an den Hamburger Kammerspielen

Heute ist Theater. Theater ist wie Urlaub. Urlaub, wovon? Theaterbesucher begeben sich lange vorher auf eine Reise ins Ungewisse. Sie planen ihre Aktion, nehmen Geld in die Hand, spenden einen Teil ihrer kostenbaren Zeit. Was macht den Wert eines Theaterbesuches aus?

Schon mit der Bekleidung, dem Herrichten des Äußeren, beginnt der Theaterabend. Der Körper, die Seele werden glattgestrichen. Auf dem Weg ins Unbekannte werden Schwierigkeiten überwunden. Schließlich finde ich meinen Platz im Theater und den Blick in eine neue Welt.

Was wird geschehen

Werde ich von dem Geschehen auf der Bühne angesprochen? Erste Eindrücke, das Bild, die Beleuchtung, das Wort, Kulisse, die Gesten der Darsteller formen mein Gefühl. Bin ich gewöhnlich Akteur, so bin ich hier still, höre zu, beobachte. Um mich ist es dunkel, meine Gefühle bleiben verborgen. Deshalb kann sich alsbald mein Gesicht, meine Gestalt entspannen. Ich kann mich einleben in die Handlung, für ein, zwei Stunden bequem zurücklehnen.

Wo bin ich, was mach ich hier

Ich bin nicht allein. Um mich herum sitzen Theaterbesucher, eine ausgesuchte Gemeinde. Ich höre Lachen, Rascheln, Reaktion. Schon in der Pause bin ich ein anderer Mensch. Lächelnd, entspannt blicke ich in die Runde. Wie mag es weitergehen? Gespräche kommen und gehen, flüchtig. Wie lösen die Akteure das Problem, wird es Überraschungen geben? Welche Erwartung habe ich? Ich wünsche mir immer einen glücklichen Ausgang.

Mitten im Leben angekommen

Ein Stück Leben wird überzeichnet dargestellt, von meist berühmten Schauspielern, Regisseuren und Autoren. Treffen sie mein Empfinden? Zeigen sie meine Fragen, Freuden, Sorgen? Finde ich mich in den Darstellern, der Abfolge wieder? Wie würde ich es machen? Was ist mir sympathisch? Ich stelle fest, auch andere Menschen haben Sorgen, zeigen Gefühle. Sie gehen Wege, wie ich sie gehen würde oder finden ganz andere Lösungen. Im Theater bin ich Mensch, hier darf ich sein.

Ende gut, alles gut

Noch am Tag darauf wird über Eindrücke gesprochen. Wenn es besonders gut war, bleibt es unvergesslich. Im günstigsten Falle sagt man: „Es hat mir gefallen, ich werde demnächst wieder ins Theater gehen.“

Am ersten heißen Sommertag, mit Temperaturen über 30 Grad, war der Kulturbus Ellerau mit Heike Schröder wieder in Hamburg unterwegs, zu einem Theaterbesuch. Es war ein sehr gelungener Abend. Danke für den schönen Tag.

Ein ehrlicher Mann

Buch Heinrich Heine Band 11, erschienen 1908-1

Heinrich Heine: Mythologie des Abendlandes

Heinrich Heine meint sich wohl selbst, wenn er In seinem Buch „Deutschland“ das Schicksal seines Studienfreundes Heinrich Kitzler beschreibt. Heine hält Kitzler für den größten Dichter aller Zeiten, nur ist von ihm kein einziges Buch erschienen. „Der Mann galt allgemein als Esel und im Grunde war er nur ein ehrlicher Mann.“

Jedes Mal, wenn das Buch in allen Einzelheiten fertiggestellt war, überdachte Kitzler die Gründe, die etwa ein Gegner seinen Ausführungen entgegen setzen könnte: „Nun grübelte er über Standpunkte bis ihm eine dem Buch ganz entgegengesetzte Überzeugung im Geiste erwachte.“ Daraufhin wollte der Dichter den „Lorbeer des literarischen Ruhms nur noch der Wahrheit opfern“, d. h. sein Buch ins Feuer werfen.

Heine wollte das verhindern: „Sprich nicht weiter! Wage nicht, Verblendeter, das Erhabene zu schwärzen und das Glänzende in den Staub zu ziehen. Es ist die schauerlich erhabenste Erscheinung der Weltgeschichte (Untergang der alten Götter, Aufbruch des Christentums), sein Kampf und sein vollkommener Sieg den du schilderst.“

Heinrich Kitzler ließ sich nicht überzeugen: „Bruderherz, alles was du jetzt sagst, habe ich weit besser und weit gründlicher auseinander gesetzt. Aber vergebens! Jene Denkmäler einer Frühlingsepoche der Menschheit (germanische, griechische und römische Mythologie) gingen unwiderruflich zu Grunde.“

Bei diesen Worten warf Heinrich Kitzler sein Manuskript, die Arbeit von zwei Jahren, unwiederbringlich in die Flammen des Kamins.

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4. Wohltätigkeitsbasar in Ellerau am 06.09.2012 

Heike Schoeder Ellerau

Heike Schröder hat den Ellerauer Basar erfunden

Der Basar wurde  von den gebefreudigen Spendern, die wertvolle Gegenstände bereitstellten, getragen. Unter der Leitung von Heike Schröder übernahmen engagierte Ellerauer Frauen Vorbereitung und Durchführung. Unterstützung erfuhr das Projekt von Firma Mark Schröder Transporte, der NordComp GmbH, der Gemeinde Ellerau und vielen Beteiligten.

Heike Schröder hat vorgegeben, jeder eingesammelte Euro solle Ellerauer Kindern zugute kommen. Damit werden Kinder und Familien unterstützt und es wird gezeigt, wie bunt der Markt im Zentrum Ellerau sein kann.

In der Folge war dies der letzte und größte Basar, den Heike Schröder, größtenteils mit ihrer Familie gestaltet hat. Es wurden wertvolle Gegenstände von Bürgern aus Ellerau, Quickborn, Henstedt-Ulzburg, zusammengetragen und verkauft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: € 1.302,22 Herzlicher Dank geht an die spendenfreudigen Ellerauer Bürger, Teilnehmer und Helfer. Gästen und Akteuren hat das Projekt viel Abwechslung und Freude gemacht.

JJO Band Ellerau, Auftritt auf dem Ellerauer Basar

JJO Band Ellerau, Auftritt auf dem Ellerauer Basar

Die Übergabe der Spenden an den Förderkreis „Uns Lütten“, der „Grundschule Ellerau“, der „Sport-Initiative Ellerau“ erfolgte im Beisein von Pressevertretern im Nov 2012. Anwesend waren die Leiter der Organisationen und die ausführenden Frauen im Kreise der beschenkten Kinder.

Unermüdlicher Einsatz mit Ideen und deren Durchführung machen Heike Schröder zur Persona Grata im Raum Ellerau. Ob Wohltätigkeitstombola, Luftballonwettbewerb, Lesewettbewerb, Basar, Mitarbeit in Schule, Vereinen, Volkshochschulen im Umkreis, Konzert- und Theaterbus, überall prägt Heike Schröder das Ellerauer Ansehen. Dabei hat sie mit Geschäftshaushalt, Seminartätigkeit, politischem Engagement, Erziehung von 5 Kindern auch noch Zeit für persönliche Fortbildung…

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Basar auf dem Wochenmarkt in Ellerau

Informieren Sie sich regelmäßig über unsere aktuellen Programme auf den zahlreichen Internetseiten, die wir gestalten. Zum Beispiel auf: http://kultur.nordc.de, http://northsail.nordc.de, cdu-ellerau.de. Wir setzen Sie gern in den Stand, Ihre Internet Präsens selbst zu gestalten. Sie erreichen uns, Heike Schröder: 04106-71244 und Rolf Schröder: 04106-122 706, oder senden Sie eine E-Mail an hs@nordcomp.de oder rs@nordcomp.de.

Gruppe im Garten Emil Nolde Museun Seebüll

Besuch Emil Nolde Ausstellung 2015 in Seebüll

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Landschaft in Seebüll

Eindringlich beschreibt Siegfried Lenz in seinem Buch „Deutschstunde“ Landschaft, Charaktere und Lebensweise der Menschen an der deutsch – dänischen Nordseeküste. Sein Romans „Deutschstunde“ überschritt Mitte der Siebzigerjahre die Millionenmarke. In dem Roman tritt  der Maler Emil Nolde unter dem bürgerlichen Namen Max Ludwig Nansen auf.

Der Maler Emil Nolde (1867 – 1956) ist in Nolde bei Tondern (Nordschleswig) unter dem Namen Emil Hansen geboren. Die Nationalsozialisten verfemten seine Gemälde als „entartete Kunst“ und erteilten ihm 1941 Berufsverbot. Nordschleswig gehörte von 1864 bis zur Volksabstimmung 1920 zu Deutschland.

Die Noldestiftung in Seebüll bietet unter dem Titel „Ausstellung 2015 – Die Kunst selbst ist meine Sprache“ einen beachtenswerten Auftritt. Auch ein Besuch im Landesmuseum in Schleswig, Schloss Gottorf lohnt sich. Wer Menschen an der Küste verstehen will, wird die tiefe Verbundenheit der Menschen zu Natur und Landschaft kennenlernen. An der Grenze zu Dänemark, in Nordschleswig, im Raum Hojer – Tondern, ist das Niederdeutsche und die Anhänglichkeit an Deutschland besonders verwurzelt.

Reinhold Messner: Am Anfang ist die Tat

Michael Albus Grenzen der SeeleAus dem großen Schweigen entsteht das Wort

Wer Reinhold Messner in einer Talk Show erlebt oder seine Bücher liest, begreift: Er ist Meister des Wortes: „Ich hatte nur die Wahl: Einbrechen oder Ausbrechen.“ Er schaffte es, der engen Licht- und Sprachlosigkeit seiner Kindheit zu entrinnen. Für ihn ist die Welt sowohl endlich wie unendlich. Die Einsamkeit in der Felswand, das flüchtige Signal aus dem tiefliegenden Tal, der Flügelschlag der Lerche aus der Nähe, berühren ihn. Aus der Übersicht des Gipfelstürmers formt er das Wort, die große Erkenntnis der Dinge.

Zeit, Entfernungen, und Religion sind Erfindungen des Menschen. Aufzudecken ist der Rhythmus zu leben oder zu sterben. Den nicht enden wollenden Moment der Todesgefahr erleben, die endliche Höhe des Gebirges vor Augen, den Stillstand der Zeit nutzen und dann das gesteckte Ziel erkämpfen, sind seine Mission. Erfüllung und Glück sind Lohn. Weitermachen, getrieben von der Suche nach Ein- und Durchblick, macht er die unendliche Weite der Welt durch das Wort endlich. Grenze des machbaren finden, an der Grenze wandern, über Grenzen hinweg Ausschau halten, sind sein Anspruch. Bei Reinhold Messner fügen sich Gegensätze zusammen. Gut und Böse sind Einheit, sind Festlegungen von Menschen.

Das einsame Spiel mit dem Berg, mit der Landschaft um Leben und Tod geht weiter, bis der Berg, die Herausforderung, gewonnen ist. Dies geschieht mit den Umständen, nicht gegen sie. Immer steht die Tat dem Wort voran. Für Erkenntnis bringt Reinhold Messner jedes Opfer. Deshalb ist er Bergsteiger, von Kindheit an: „Die Grenzen der Seele wirst Du nicht finden“, ist Ausdruck seines Suchens. In der Abschlussklasse hat er seinem Lehrer das Wort Heinrich Heines vorgelesen: „Die Tiroler sind immer gesund, weil sie zu dumm sind, um krank zu sein. Die Tiroler sind unbeschränkt in Ihre Beschränktheit…“. Er fand das phantastisch. Wahrheit ist phantastisch. Seine Berge, Landschaften, seine Welt sind das auch.

„Heimat ist Zukunft, sie liegt nicht in der Vergangenheit. Es gilt, sie zu gestalten. Wo ich In Harmonie leben kann, mich wohlfühle, dort ist Heimat.“ Er hat Erfolg mit seine Art zu gestalten. Die Hühnerställe der Kindheit wurden zu Bauernhöfen, seine Burg Juval wurde von ihm aufgebaut. Eine Burg kann geschenkt werden, doch der Erhalt ist teuer: „Die Energie, die ich hineinstecke fließt umgewandelt als eine Art Sinn wieder zu.“ Er hat Familie und Kinder, ist auf seine Weise verantwortungsvoller Vater, wie jeder Vater. Über Frau und Mutter sagt er: „Die Frau ist oberste Instanz, sie hat Recht, sie hat das letzte Wort. Es ist entschieden: Die Frau ist Gott, weil sie Schöpfer ewigen Lebens ist. Beschreibung des Lebens ist Geist. Naturforscher, Maler und Bildhauer Leonardo Dvinci hat es in dem Entwurf eines Briefes an seine Geliebte in seinem Notizbuch aufgeschrieben: „Herrliche Herrin Cecilia, meine sehr geliebte Göttin. Deinen so lieblichen Brief gelesen zu  haben…“

Schöpferische Worte und Kraft wecken Begeisterung, geben Lebensfreude, stiften Sinn. „Was mich heute beschäftigt, oder was ich morgen machen will, das trägt mich. Alles Geleistete ist Vergangenheit, Biographie, mehr nicht.“

Das Buch von Michael Albus, „Grenzen der Seele wirst Du nicht finden“, erscheint im Herder/Spektrum Verlag als Taschenbuch. ISBN 3-451-04503-6

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Zwillingsgeburt unter blühenden Apfelbäumen

IMG_6973Tierisch gut:

Heute morgen sind in unserem Garten zwei Rehkitze geboren. Mutter und Kitze sind wohl auf. 1 : 500.000 soll die Chance für Zwillingsgeburten bei Rotwild sein. Wir gratulieren zum Familienzuwachs.

Bitte Vorschläge für Namen. Klicken Sie auf das Bild für größere Darstellung.

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Christa Borstelmann, eine von uns

Entspannung bei der Malerei

Ihre Begeisterung für die Malerei entstand 1991 als sie von Hamburg in das nahe gelegene Ellerau im Kreis Segeberg umgezogen ist. Dort nahm sie an einem Anfängerkurs in Malerei an der Volkshochschule teil. Viele weitere Kurse folgten.

Trotz ihrer schweren Krankheit, der rheumatischen Arthritis, findet Christa Borstelmann immer wieder den Mut und die Kraft sich ihrer ehrenamtlichen Mitgliedschaft für die Rheuma-Liga Landesverband Hamburg zu widmen. Wenn Christa Borstelmann malt, genießt sie die positive Wirkung der Farben, findet zur inneren Ruhe und vergisst den Alltag und ihre Schmerzen.2015.05.05_Borstelmann-313

Impulse für ihre Werke gewinnt Christa Borstelmann durch Bilder und Fotos, welche ihr im Alltag zufällig ins Auge springen. Besonders die Natur dient ihr als Inspirationsquelle.

Vor mehr als 30 Jahren hat sie die Selbsthilfegruppe Hamburg- Altona der Deutschen Rheuma-Liga  gegründet. Einmal pro Jahr organisiert sie eine große Veranstaltung für den Hamburger Landesverband mit einem Arzt aus der ENDO-Klinik. In diesem Jahr veranstaltet sie eine Vernissage in den Helios Kliniken Hamburg. Vom Erlös der Bilder spendet sie an rheumakranke Kinder. Internet: Helios-Kliniken Altona

Siehe auch: Lust auf Farben und Bilder